Startseite Aktuell Nationalratskandidat Thomas Leitch- Frey: Ansprache zum 1. August 2011 in Seon
1. Mai Feier 2012

Die diesjährige 1. Mai-Feier der Bezirke Bremgarten und Muri findet in der Pflegi Muri (Restaurant Benedikt) statt.

17.00 Uhr Festbeginn

17.30 Uhr Ansprachen:
- Yvonne Feri, Nationalrätin
- Jeanette Egli, Landesvorstand vpod
- Flurin Burkard, Grossrat Waltenschwil

Moderation/Begrüssung: Philipp HJenni, Präsident SP Freiamt.

 
Grundbuchamt: Bünzen oder Wohlen?

Leserbrief von Thomas Leitch-Frey

Die Grundsatzfrage lautet: Soll ein Grundbuchamt in einem Zentrum liegen oder aus Kostengründen dort angesiedelt werden, wo die Räumlichkeiten möglichst günstig sind? Vermutlich am 8.Mai wird der Grosse Rat entscheiden, ob die zusammengelegten Grundbuchämter der Bezirke Bremgarten und Muri in Wohlen oder Bünzen stehen sollen. Die vorberatende Kommission hat sich aus Kostengründen knapp für die Unterbringung in einem Zweckbau der Landi Freiamt in Bünzen, in welchem landwirtschaftliche Produkte verkauft werden, entschieden. Die Alternative ist ein moderner Neubau, die Casa Güpf, in Wohlen mit lichtdurchfluteten Arbeitsplätzen an grossen Fenstern. Beide Objekte bieten vergleichbar viel Platz, in Wohlen sind es 551 m2, in Bünzen 545 m2. In den bescheideneren Räumlichkeiten der Landi Freiamt fallen für den Einbau eines Treppenlifts und eine behindertengerechte Toilette zusätzlich Kosten von Fr. 60 000.- an, die der Kanton trägt, das Objekt der Landi in Bünzen ist über 15 Jahre hinweg aber jährlich 40 000 Franken günstiger. Für mich greift die Kostenfrage zu kurz, denn punkto Qualität und Ausbaustandard hat die moderne Casa Güpf in Wohlen klar die Nase vorn. Gemäss Richtplan gehören öffentliche Einrichtungen in regionale Zentren und Wohlen gilt als regionales Zentrum im Freiamt. Damit ist für mich auch die Grundsatzfrage entschieden: Ein Grundbuchamt gehört in ein Zentrum! Kaum jemand kommt schliesslich auf die Idee, andere Dienstleistungsstellen der Verwaltung aus den Städten aufs Land zu verlagern, bloss weil die Kosten dort etwas geringer sind. Ich werde mich, wie der Regierungsrat, für den Standort Wohlen einsetzen .

Thomas Leitch-Frey, SP Grossrat, Wohlen

 
Nationalratswahlen 2011 - Super Resultat für Thomas Leitch-Frey!

Mit 27'993 Stimmen hat Thomas Leitch-Frey ein sehr gutes Ergebnis bei den Nationalratswahlen erzielt! Sie SP Wohlen gratuliert recht herzlich zum hervorragenden Abschneiden. Sein langjähriger Einsatz im Grossen Rat für gute Lösungen hat in seinem Wahlresultat Wirkung gezeigt. Insbesondere sein Abschneiden im Bezirk Bremgarten war grandios.

Die SP Aargau konnte ihren Wähleranteil leicht ausbauen und ihre drei Sitze halten. Angesichts der fehlenden Listenverbindungen kann dieses Abschneiden als grosser Erfolg verbucht werden. Durch die Wahl von Pascale Bruderer Wyss in den Ständerat wird Yvonne Feri nachrücken und mit dem 5. Platz auf der Liste der SP Aargau nimmt Thomas Leitch-Frey nun den ersten Ersatzplatz ein und den Einzug in den Nationalrat um wenige hundert Stimmen verpasst.

Die SP Wohlen gratuliert Thomas Leitch-Frey zu seinem Abschneiden und dankt ihm recht herzlich für seine gute Arbeit im Grossen Rat und seinen Einsatz für die Aargauer Bevölkerung.

 
Nationalratskandidat Thomas Leitch- Frey: Ansprache zum 1. August 2011 in Seon PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 23. August 2011 um 13:59 Uhr
Was bedeutet Ihnen persönlich der 1.August? Welche Vorstellungen rüttelt er in Ihnen wach? Welche Kindheitserinnerungen?  Was sagen Sie, wenn ich Sie frage, warum Sie heute hier sind? „Was soll diese Frage?“, denken Sie vielleicht, „das ist doch klar: Wir feiern heute den 1.August, den Nationalfeiertag der Schweiz. Wir denken an  unserer Heimat – an das Gründungsjahr der Alten Eidgenossenschaft  1291, die allerdings noch keine Demokratie war, sondern unterteilt in Herrschafts- und Untertanengebiete, wo nicht alle Menschen in Freiheit gelebt haben.“

 

Sicher gibt es aber 100 weitere Gründe, weshalb Sie hier sind. Sie geniessen die vertraute Gesellschaft, den feierlichen Rahmen uf däm Platz mit sensationeller Lag. Sie sind immer dabei, Sie schätzen die Tradition, Sie sind bei der Organisation engagiert, Sie sind Mitglied vom Turnverein, der Bläsergruppe oder des Jodlerclubs. Oder Sie sind neugierig, wie die Feier hier abläuft und besuchen sie zum erstenmal. Vielleicht sind Sie sogar wegen des Redners gekommen oder vielleicht sind sie auch trotz des Redners da.
Je vielfältiger die Antworten ausfallen, desto offensichtlicher ist es, dass hier Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen und Meinungen zusammenfinden um friedlich den 1. August zu feiern. Diese Vielfalt ist typisch für unser Land. Ich finde es deshalb ein schöne Tradition, dass Sie jedes Jahr Rednerinnen und Redner mit unterschiedlichen Hintergründen und Meinungen zu sich einladen und ich freue mich, dass ich heute zu Ihnen reden darf.


Die Idee, das Jahr 1291 als Gründungsjahr der Eidgenossenschaft und den  1. August als Bundesfeiertag festzulegen ist relativ jung und geht auf die Initiative der Berner zurück. In Bern wollte man 1891 das 700-jährige Bestehen der Stadt feiern. Die Verbindung mit einer 600-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft kam da sehr gelegen. Es gibt aber weiter interessante Daten in der Schweizer Geschichte. Wir könnten heute auch an den 12. April 1798 denken, als die „Eine und unteilbare Helvetische Republik“ proklamiert worden ist und Aarau eine zeitlang die Hauptstadt der Schweiz war. Oder wir könnten dem Ende des Sonderbundskrieges von 1847 gedenken, dem innerschweizerischen Bürgerkrieg, wo die konservativ katholischen Kantone, die sich gegen einen Bundesstaat wehrten, nach 27 Kriegstagen den liberalen, meist reformierten Kantonen unterlegen sind. Dies war nämlich die letzte militärische Auseinandersetzung auf Schweizer Boden. Als Ergebnis ist  am 12. September 1848 die Bundesverfassung und damit die Staatsform unserer heutigen Schweiz entstanden. Unsere erste moderne Verfassung von 1848 fusst auf dem zentralen Grundgedanken, dass  sich die Menschen nie wieder wegen kultureller, religiöser, sprachlicher oder politischer Unterschiede Gewalt antun sollen. Für mich ist der 1.August darum auch immer wieder ein Tag der Besinnung auf diesen zentralen Grundgedanken – erst recht, wenn ich an die schreckliche Tragödie von Norwegen denke.   
Doch lassen wir die Geschichte und kehren wir kurz zurück zu 1291.
Die Legende sagt, dass sich die Vertreter der drei Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden 1291 auf dem Rütli versammelt haben, um sich mit vereinten Kräften gegen die Bedrohungen durch allfällige Eindringlinge und für ihre Freiheit zu wehren.  
Heute leben wir zum Glück  nicht mehr in finsteren Zeiten, wo es galt, fremde Vögte abzuwehren. Wir leben mitten in Europa, sind umgeben von befreundeten Völkern mit ebenfalls demokratischen Staatsformen und wir sind Teil einer vernetzten, globalisierten Welt, in der Distanzen kaum mehr eine Rolle spielen. Diese Globalisierung ist aber auch bedrohlich und bringt Verunsicherung mit sich. Was sich heute gegenüber 1291 geändert hat ist die Art der Bedrohung nicht aber das Zusammenstehen dagegen.  Bedroht sind nicht mehr unsere Grenzen, bedroht sind vielmehr unsere Werte.

Normen, Werte und Ideale verflüchtigen sich. Persönlicher Erfolg, notfalls auch auf Kosten anderer, rücksichtsloser Individualismus und  die Gier nach immer mehr Geld entsprechen eher dem Zeitgeist als Bescheidenheit, Solidarität und Rücksichtsnahme. Wenn die sogenannten Märkte und nicht mehr die Politik die Spielregeln diktieren, Spekulanten und Hedgefund-Manager den Währungszerfall anheizen und Banken vom Steuerzahler gerettet werden müssen, dann macht diese Einwicklung nicht vor unseren Grenzen halt. Wir sind mitten drin. Das haben wir gespürt und spüren es gegenwärtig wieder.

Ich bin seit 27 Jahren Lehrer – ich bin es gerne, aber ich muss Ihnen sagen: Unsere Kinder- und Jugendlichen haben es nicht einfach. Sie wachsen in unserer auf Konsum ausgerichteten 24-Stunden-Gesellschaft auf und im Gegensatz zur mittleren und vor allem älteren Generation haben viele  nie erfahren, was Verzichten heisst. Der Wohlstand scheint zuweilen grenzenlos – man kann alles haben, alles kaufen - sofort, und wenn man es nicht vermag, kann man sich sehr einfach verschulden und es trotzdem sofort haben. Die aktuelle Jugendverschuldung spricht Bände. Wir Erwachsenen stehen deshalb in einer besonderen Verantwortung. Wir müssen sie aber auch wieder spürbar wahrnehmen – in der Erziehung, in der Schule und im öffentlichen Leben.

Eigennutz und Egoismus statt Gemeinschaftssinn führen dazu, dass immer weniger Leute in unserem Staat bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Sie werden mir jetzt sagen, um einen Bundesratssitz gebe es doch stets ein rechtes Gerangel. Das stimmt, aber  wir brauchen nicht nur Bundesräte und Bundesrätinnen. Viele wichtige Entscheide fallen dort, wo sie die Menschen direkt betreffen. Zuerst in der Gemeinde, dann im Kanton, schliesslich im Land – wir leben ja in einem föderalistischen Staat. Die kleinsten politischen Einheiten unseres Landes - die Gemeinden – haben bei uns soviel Macht wie kaum in einem andern Land – und das ist gut so, denn damit ist die Politik den Bedürfnissen der Menschen nah und durch unser Milizsystem sind bürgernahe Entscheide am  besten gewährleistet. Damit dies so bleibt aber brauchen wir Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Über 13 000 Leute engagieren sich bereits in unseren 2550 Gemeinden als Gemeinderätinnen und Gemeinderäte. Dazu kommen Schulpflegen, Mitglieder zahlreicher Kommissionen, Parlamentarier/innen, Einwohnerräte aber auch Vereinsmitglieder. Unser Milizsystem lebt und überlebt nur, wenn sich die Leute engagieren. Sie haben in Ihrer Gemeinde Seon sage und schreibe über 50 Vereine. Die thematische Auswahl ist enorm: vom Armbrustschützenverein, über den Fussballclub, die Musikgesellschaft und die Theatergruppe bis zum Vogel- und Naturschutzverein, da hat es für jeden und jede etwas dabei. Ich rufe sie auf, nützen Sie das einzigartige Angebot – engagieren Sie sich – machen Sie mit, übernehmen Sie Verantwortung. Die Erfahrungen und Begegnungen in diesem gemeinsamen Miteinander sind lohnenswert. Man lernt das Zuhören, man übt die Toleranz und den Respekt vor der andern Meinung, man stellt die eigenen Bedürfnisse und Wünsche auch mal zu Gunsten der Gemeinschaft zurück und  lernt den Verzicht. Man schafft gemeinsam Erlebnisse, Identität und Kultur im Dorf, im Verein, in der Partei, in der Kommission.
Das ist meine Schweiz – getragen von Menschen aller Generationen mit unterschiedlichen Meinungen, die sich gegenseitig respektieren.

Wer durch unser viersprachiges Land fährt, begegnet auf engstem Raum einer einzigartigen Vielfalt von Sprachen, Kulturen und Landschaften. Tragen wir Sorge dazu, dass dies so bleibt! Stehen wir zusammen und fördern wir den Gemeinschaftssinn! Sie tun dies bereits, in dem Sie an dieser 1. Augustfeier teilnehmen – dazu gratuliere ich Ihnen!
Ich wünsche Ihnen einen schönen 1. August.

 
© 2012 SP Wohlen